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Interdisziplinäre Arbeitsgruppe für Naturwissenschaft und Internationale Sicherheit (CENSIS)
Unter dem Eindruck des Wettrüstens zwischen Ost und West haben sich Hamburger Naturwissenschaftler bereits in
den frühen 80er Jahren in einer hamburg-weiten Initiative und an der Universität zusammengeschlossen. Die
anfänglichen Schwerpunkte lagen bei der Lehre und bei der Organisation von Fachtagungen. Im Jahre 1989
wurde dann von Mitgliedern der Fachbereiche Informatik, Mathematik und Physik sowie dem Institut für
Friedensforschung und Sicherheitspolitik (IFSH) die Interdisziplinäre Arbeitsgruppe für Naturwissenschaft
und Internationale Sicherheit (Center for Science and International Security, CENSIS) gegründet. Das Ziel
von CENSIS ist es, Fragen aus dem Schnittfeld zu Naturwissenschaft und Internationaler Sicherheit in
Forschung und Lehre zu bearbeiten. Ein Ausgangspunkt war die Einschätzung, dass interdisziplinäre Arbeit
für junge Menschen erleichtert wird, wenn sie zunächst einmal lernen, ein Fach zu meistern und eine
eigene Fachidentität entwickeln bei gleichzeitiger Sensibilisierung für größere Zusammenhänge. Dazu
wurden drei Arbeitsgruppen gebildet, in deren Rahmen in der Regel fachnah angelegte Diplom- und
Doktorarbeiten bearbeitet wurden und werden können. Die jüngeren Mitarbeiter wurden aber von Anfang
an mit dem Sicherheits- und friedenspolitischen Kontext vertraut gemacht.
Die im Rahmen von CENSIS gebildeten Arbeitsgruppen und bearbeiteten Projekte sind u.a.:
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Arbeitsgruppe 'Physikalische Grundlagen der multispektralen Fernerkundung', Institut für Experimentalphysik
kogs-www.informatik.uni-hamburg.de/PROJECTS/Censis.html
Das Projekt soll einen Beitrag zur digitalen Aufbereitung und Verarbeitung von multispektralen Fernerkundungsbildern
liefern. Konkretes Ziel der Arbeit ist es, physikalische Aspekte der Bildentstehung, die bei Klassifizierung
von Objekten in fernerkundeten Multispektralbildern von Bedeutung sind, zu berücksichtigen und
Klassifizierungsverfahren weiterzuentwickeln. Der Anwendungsbezug der Arbeiten richtet sich auf zwei Gebiete:
- Klassifizierung städtischer Flächen für die Stadtplanung
- Änderungsdetektion für Anwendungen in der Rüstungskontrolle und bei vertrauensbildenden Maßnahmen (z.B. Open-Skies-Vertrag)
- Arbeitsgruppe Mathematik und internationale Sicherheit
Die Arbeitsgruppe hat sich mit den Fragen der Modellierung in der Sicherheitspolitik beschäftigt. Untersuchungsgegenstände
waren zunächst dynamische spieltheoretische Modelle, sowie Abrüstungsmodelle und Anwendungsbeispiele im Bereich
strategische und konventionelle Stabilität. Hauptziele in den letzten Jahren waren die Entwicklung und Anwendung
mathematischer Methoden zum Verständnis der Zusammenhänge zwischen Machtverteilung, Koalitionsbildung und
multipolarer Stabilität in internationalen Systemen. Durch die Verknüpfung von kooperativer und dynamischer
Spieltheorie mit computergestützter Konfliktmodellierung sollen Voraussetzungen für die Entwicklung von
Instrumenten zur Entscheidungshilfe in komplexen Multi-Akteurs-Konstellationen geschaffen werden, die für
präventive Konfliktbearbeitung und Friedensgestaltung ebenso anwendbar sind wie in der Ökonomie.
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Interdisziplinäre Arbeitsgruppe Abrüstung und Rüstungskontrolle (IFAR)
Übersicht: www.ifsh.de/taetigkeitsfelder/abruestung.php
bzw. Details: http://www.armscontrol.de/projekt/ifar.htm
Die Arbeitsgruppe Abrüstung und Rüstungskontrolle beschäftigt sich mit dem komplexen Zusammenspiel von
rüstungsdynamischen Faktoren und den Möglichkeiten der Rüstungskontrolle. Ein besonderes Augenmerk liegt
dabei auf der Kombination von natur- und sozialwissenschaftlichen Arbeitsweisen mit folgenden Forschungslinien:
- Grundlagen, Möglichkeiten und Formen von Rüstungskontrolle, Abrüstung und Nonproliferation nach dem Ende des Ost-West-Konfliktes,
- Entwicklung von anwendungsbezogenen Konzepten präventiver Rüstungskontrolle,
- Technische Möglichkeiten existierender und zukünftiger (Waffen-)Entwicklungen, sowie
- dem „Monitoring“ der fortschreitenden Rüstungsdynamik und Rüstungskontrollpolitik in Europa und weltweit mit Fokus auf moderne Technologien.
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Forschungsprojekt OSCAR: "Rechnergestützte Bildauswertung als Hilfsmittel zur Verifikation von Abrüstungsvereinbarungen"
kogs-www.informatik.uni-hamburg.de/PROJECTS/Oscar_Template.html
Die Arbeit im Projekt OSCAR wurde 1989 unter Leitung von Prof. L. Dreschler-Fischer aufgenommen. Es wurde untersucht,
wie sich die Verifikation von Abrüstungsvereinbarungen mittels Einsatz von Beobachtungssatelliten und -flugzeugen durch
die Entwicklung rechnergestützter Verfahren zur Auswertung der dabei anfallenden Bilddaten unterstützen lässt. Ziel
war ein wissensbasiertes Bildauswertesystem, das durch Selektion relevanter Daten aus der Datenflut die Datenmenge
für die menschlichen Auswerter auf ein bewältigbares Maß reduziert. Im Rahmen des Projektes wurden die politischen
und wissenschaftlich-technischen Rahmenbedingungen analysiert und davon ausgehend ein Systemkonzept entwickelt, das
den Aufbau eines wissensbasierten Systems zur Luft- und Satellitenbildauswertung konzeptionell beschreibt. Schwerpunkte
der Arbeit liegen auf den Bereichen Wissensrepräsentation und Datenbanken, Logik und Interferenzmechanismen sowie
wissensbasierte Konfigurierung von Bildverarbeitungsprozessen. Die Ergebnisse des Projektes sind in zahlreichen
Diplom- und Doktorarbeiten dokumentiert worden.
Die Laufzeit des Projektes war Oktober 1989 bis Dezember 1993.
Die Arbeitsgruppe CENSIS kooperiert mit einer Vielzahl von nationalen und internationalen Organisationen.
Als Beispiele seien genannt: Arbeitsgruppe Anwendungen der Informatik in Geistes- und Naturwissenschaft
(AGN [http://agn-www.informatik.uni-hamburg.de/dt.htm]),
die Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, IANUS (TU Darmstadt), SCHIFF Kiel, das Zentrum für
Verifikationsaufgaben der Bundeswehr (ZVBw) Geilenkirchen, die Federation of American Scientists (FAS), das Defense
Studies Programm des MIT, die Union of Concerned Scientists (UCS), GlobalSecurity usw.
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