Die Abrüstung konventioneller Waffen

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Zerstörungstechnologien
Die Abrüstung konventioneller Waffen


Weltweit sind in der letzten Dekade große Mengen von schweren konventionellen Waffensystemen abgebaut worden. Verschiedene Gründe sind dafür verantwortlich:
  • Verträge zur konventionellen Rüstungskontrolle in Europa, so der Wiener Vertrag über konventionelle Streitkräfte in Europa (KSE) und das Dayton-Abkommen für das ehemalige Jugoslawien bzw. globale Abkommen wie die Landminen-Konvention
  • Streitkräftereduzierungen infolge von regionaler Entspannung und/oder Beendigung von Kriegen und Konflikten (Angola, Nicaragua etc.)
  • Ersatz von technologisch oder militärisch veralteten Waffensystemen (Modernisierung)
  • Export von Waffensystemen
überschüssige Waffen („surplus weapons“) werden definiert als Waffen, die im Rahmen der nationalen Verteidigung als nicht mehr notwendig angesehen werden.[1] Natürlich besteht stets die Gefahr, daß Waffensysteme dabei nur vorübergehend der militärischen Nutzung entzogen sind. Als Verbleib von überschüssigen Waffen ergeben sich mehrere Möglichkeiten:[2]
  • Lagerung (Wartestand, Ausschlachtung)
  • Zerlegung und Rezyklierung von brauchbarem Material
  • Verschrottung und Endlagerung
  • Konversion für zivile Zwecke
Je nach Zerstörungs- und Lagermethode werden die Waffensysteme mehr oder weniger unumkehrbar unbrauchbar gemacht. Nach M. Renner besteht ein Kampfpanzer aus 18 Tonnen hochlegiertem Stahl, 8 Tonnen niedriglegiertem Stahl, 4,5 Tonnen eisenfreiem Stahl, 1 Tonne Aluminium, 145 kg Messing und Bronze, 80 kg Kupfer und 52 kg Blei. [3]

Die Datenbank des Bonn International Center for Conversion weist aus, dass 1990 ein historischer Spitzenwert von 625.000 schweren konventionellen Waffen weltweit erreicht war.[4] Seitdem sinkt die Zahl der Waffensysteme in den vier erfaßten vier Kategorien Panzer, Flugzeuge/Helikopter, Schiffe und Artillerie. 1995 befanden sich noch ca. 495.000 schwere Waffen in den globalen Arsenalen. In den industrialisierten Ländern sind die Reduzierungen umfangreicher als in den Entwicklungsländern, allerdings ist die Waffendichte pro Person oder pro qkm in den Industrieländern (177 pro 106 Einwohner oder 49 pro 100 qkm) größer als dort (49 pro 106 Einwohner oder 28 pro 100 qkm). Der weltweite Trend darf jedoch nicht überdecken, daß in Regionen wie in West- oder Zentralasien Aufrüstungsprozesse im Gang sind.


[1]BICC 1997:69

[2]BICC 1997:68

[3]Renner 1994, Fußnote 50, S. 315 nach Hans-Joachim Gießmann: Utilization of Hardware - Options and Constraints. The NVA Case, in: Anke Brunn, Lutz Baehr und Hans-Jürgen Karpe (Hrsg.): Conversion: Opportunities for Development and Environment, Berlin/Heidelberg 1992

[4]BICC 1997:71

Mail an die Autoren | zuletzt aktualisiert 2005-07-11